Ringelblume, Foto © NABU, Helge May
Ringelblume, Foto © NABU, Helge May

Arbeitsgruppe Botanik

Die Vielfalt der Blütenpflanzen in Deutschland ist für den Laien auf den ersten Blick unüberschaubar. Allerdings lassen sich die einzelnen Arten mit etwas Übung und entsprechender Literatur meist relativ gut ansprechen - oder zumindest in ihre Verwandtschaftsgruppen einordnen. Mit steigender Artenkenntnis wird es dann zusehends leichter, auch neue Arten zu erkennen. Diese Artenkenntnis zu trainieren und das grundlegende Verwandtschaftssystem des Pflanzenreiches kennen zu lernen ist ein Schwerpunkt der Arbeit der AG Botanik, denn nur wenn genügend Kenntnisse vorhanden sind, kann man auch an praktische Anwendungen denken: so ist es geplant mit der Botanik-AG die Naturschutzflächen des NABU-Ruhr floristisch zu kartieren und zu inventarisieren. Dies ist für die Naturschutzpraxis von großer Bedeutung, da der ökologische Wert einer Fläche zu großen Teilen von seinem Artenspektrum abhängt und Veränderungen im Artenspektrum Aussagen über ökologische Veränderungen erlauben. Die AG Botanik kann somit einen aktiven Beitrag zum Naturschutz leisten - und den Teilnehmern tiefgreifende und faszinierende Einblicke in die Natur eröffnen.

Feldthymian (Thymus pulegioides) © NABU, Christoph Buchen Feldthymian (Thymus pulegioides) © NABU, Christoph Buchen

Wer sind wir?
In der AG Botanik finden sich verschiedenste an Natur und Pflanzen Interessierte Mitglieder und Freunde des NABU-Ruhr aus allen Altersgruppen. Personen mit naturwissenschaftlicher, speziell botanischer Vorbildung sind hierbei genauso zu finden wie "naturwissenschaftliche Laien", die mit ihren selbsterarbeiteten Artenkenntnissen jeden "akademisch Vorbelasteten" ausstechen - sowie Menschen, die einfach nur Freude und Spaß am Umgang mit Blumen, Blüten und Grün haben, in der Natur aktiv sein und ihre Kenntnisse erweitern wollen, ohne in irgendeiner Form "vorbelastet" zu sein. Die Gruppe ist grundsätzlich offen für alle an Natur und deren Schutz Interessierten! Die Leitung der Gruppe liegt bei Diplom-Umweltwissenschaftler Bernhard Demel, der sich neben der Botanik auch intensiv mit der Pilzkunde beschäftigt.

Echte Kamille (Matricaria recutita) © NABU, Christoph Buchen Echte Kamille (Matricaria recutita) © NABU, Christoph Buchen

Was tun wir?
Ca. alle vier bis sechs Wochen während der Vegetationsperiode treffen wir uns, meist abwechselnd an Wochenend- und Wochentagen, zu kleinen Wanderungen und Exkursionen in und um Essen und Mülheim. Hierbei werden die verschiedensten botanisch interessanten Standorte "im Revier" und Umgebung aufgesucht. Das Frühjahr bietet sich z.B. an, in den Auwäldern südlich der Ruhrgebietsstädte nach Frühblühern Ausschau zu halten, während der Sommer sich z.B. für die Halden- und Brachenstandorte im Norden anbietet. Bei unseren Spaziergängen - auch abseits gebahnter Wege - nehmen wir dann die Vegetation im allgemeinen, im besonderen aber speziell die einzelnen Pflanzenarten in Augenschein. Hierbei soll nicht nur "schmalspurig" vorgegangen werden, d.h. stur auf die taxonomischen Merkmale, Systematik und Verwechslungsmöglichkeiten einer Art eingegangen, sondern "holistisch" herangegangen werden, d.h. neben den Merkmalen der Arten v.a. auch deren ökologische Ansprüche, Bedeutung im Ökosystem, aber auch Nutzungsmöglichkeiten und ggf. etymologische oder historische Aspekte angesprochen werden. Jeder kann, darf und soll sich hier auch nach seinen eigenen Möglichkeiten einbringen - schließlich kann keiner überall Spezialist sein - gerne auch "abseits des Themas", sei es z.B. beim Erkennen eines interessanten Insekts oder einer bemerkenswerten Vogelstimme. Diese Veranstaltungen sind auch unserem Halbjahresprogramm zu entnehmen und grundsätzlich für jedermann offen und kostenlos.

Wildes Stiefmütterchen (Viola tricolor) © NABU, Christoph Buchen Wildes Stiefmütterchen (Viola tricolor) © NABU, Christoph Buchen

Was ist unser Ziel?
Langfristig ist allerdings auch ein Ziel der Botanik-AG, die Flora im Gebiet besser kennenzulernen und insbesondere das Arteninventar der Naturschutzflächen von NABU und NAJU in Essen und Mülheim systematisch zu erfassen, beobachten und zu kartieren. So hat z.B. auch die Untere Landschaftsbehörde der Stadt Essen dem NABU-Ruhr nahegelegt, auf der NABU-Naturschutzfläche an der Alten Hatzper Straße das Arteninventar zu erfassen und vegetationskundlich (d.h. pflanzensoziologisch) auszuwerten, ggf. auch Dauerbeobachtungsflächen abzustecken und zu monitoren, um die Vegetationsentwicklung auf der Fläche dokumentieren und abschätzen zu können. Gerade die Erfassung seltener und lokal bedeutender Artenvorkommen liegt hierbei besonders im Augenmerk. Aus dem Datenbestand würden sich u.U. schließlich Empfehlungen für konkrete Pflegemaßnahmen ableiten lassen, z.B. die Festlegung eines bestimmten Mahdzeitpunktes für eine Stelle mit besonderer Vegetation. Auch das Anlegen eines Herbariums mit den Arten unserer Flächen ist andenkbar. Für diese geplanten Aufgaben wäre es schön, wenn sich im Laufe der Zeit eine "engere Arbeitsgruppe" herausbildete. Mit dieser würden wir uns dann gelegentlich auf den jeweiligen Flächen treffen wollen und die Ergebnisse hinterher gemeinsam auswerten.

Storchschnabel (Geranium spec.) © NABU, Christoph Buchen Storchschnabel (Geranium spec.) © NABU, Christoph Buchen

Wer also Interesse hat an allem was blüht, grünt und sich drumherum so abspielt, ist genau richtig bei uns. Jeder kann jederzeit bei uns einsteigen; Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, aber auch "Kenner" sind uns natürlich herzlich willkommen!

Ansprechpartner
und Leitung der Arbeitsgruppe:


Bernhard Demel
0201 – 59 13 84
ag-botanik(at)nabu-ruhr.de


Für weitere Anregungen und Fragen bin ich jederzeit dankbar und offen.

Winterknospen Esskastanie (Castanea sativa) © NABU, Helge May Winterknospen Esskastanie (Castanea sativa) © NABU, Helge May

zum Abschluss ein paar
Literaturtipps
Wer sich auch außerhalb unserer Aktivitäten mit Pflanzen und deren Bestimmung beschäftigen möchte - ein sehr spannendes Hobby übrigens - ist natürlich auch auf brauchbare Literatur angewiesen. Hierzu einige Tipps für Anfänger wie Fortgeschrittene: Grundsätzlich eignet sich für den Einsteiger jedes einigermaßen ausführliche Bilder-Bestimmungsbuch (so c.a 400 Arten sollten darin mindestens enthalten sein). Ob Fotos oder Zeichnungen ist dabei zum großen Teil Geschmackssache; ein Foto gibt zwar einen realeren Eindruck, ggf. auch vom Standort, doch sind darauf selten alle relevanten Merkmale erkennbar, was bei einer Zeichnung meist besser gegeben ist.
Eine bewährte Bestimmungsbuchreihe ist hier

  • Was blüht denn da? Begründet von Aichele & Schwegler als Zeichnungsband; heute in verschiedenen Versionen erhältlich. Auch
  • Pareys Blumenbuch, mittlerweile bei Kosmos erschienen, ist hier empflehlenswert. An eigentlichen (Schlüssel-)Bestimmungsbüchern gibt es die Rothmaler-Reihe, mittlerweile beim Spektrum-Verlag erschienen. Interessant sind hier
  • Rothmaler, Bd. 2, Exkursionsflora von Deutschland, Gefäßpflanzen - Grundband; ein reines Bestimmungsschlüssel-Buch und
  • Rothmaler, Bd. 3, Exkursionsflora von Deutschland, Gefäßpflanzen - Atlasband; rein mit instruktiven Strichzeichnungen sowie den Klassiker
  • Schmeil-Fitschen, Flora von Deutschland, von Quelle & Meyer; ebenfalls ein reines Schlüsselwerk. Ein gewöhnungsbedürftiges, wenn auch sehr brauchbares Werk zur gesamten Flora Deutschlands ist der
  • Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands von Haeupler & Muer im Eugen Ulmer Verlag; das einzige mir bekannte Werk, das die gesamte Flora Deutschlands (ca. 4000 Sippen) kompakt abbildet. Interessant für NRW ist überdies der
  • Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenplanzen in Nordrhein-Westfalen, von Haeupler et al.; derzeit vergriffen, in welchem für jede Sippe aus NRW eine kleine Verbreitungskarte abgedruckt ist. Ein grundsätzlich sehr empfehlenswertes interessantes und informatives "Botanik-Arten-Lesebuch" ist der "Düll/Kutzelnigg":
  • Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands. Ein botanisch-ökologischer Exkursionsbegleiter von Düll & Kutzelnigg, bei Quelle & Meyer; in dem zu ausgewählten Arten interessante Informationen zu Ökologie, Nutzung, Systematik, Etymologie usw. zu finden sind. Besonders empfehlenswert für diejenigen, die sich in die Thematik Pflanzenbestimmung einarbeiten wollen ist schließlich der
  • Grundkurs Pflanzenbestimmung: Eine Praxisanleitung für Anfänger und Fortgeschrittene von Rita Lüder, ebenfalls bei Quelle und Meyer erschienen; in dem man über die Merkmale der Pflanzen zur Systematik und zur Arbeit mit Bestimmungsschlüsseln geführt wird - ein Konzept das bisher wirklich einfach noch gefehlt hat (von ihr gibt es auch noch Grundkurs Pilzbestimmung und Grundkurs Gehölzbestimmung!)

Ausstellungen:

bis 30.11.17 Wunder der Natur OB

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