Rotkehlchen, Foto © NABU, Klemens Karkow
Rotkehlchen, Foto © NABU, Klemens Karkow

NABU Ruhr „Aktuell" (Archiv)

Amphibienzäune stehen, Helferlisten fast komplett

 

Es ist wie jedes Jahr: Anfang März sind die ersten Kröten und Frösche zu ihren Laichgewässern unterwegs und ja, auch wie jedes Jahr haben die Aktiven der Amphibien-AG des NABU Ruhr bereits ihre Schutzzäune an den Straßen aufgebaut, um Kröten, Frösche und Molche vor dem gefährlichen Straßentod zu retten.

Etwas ist 2021 aber ganz anders. „Wegen der Corona-Pandemie konnten wir nicht wie sonst mit vielen helfenden Händen die Zäune aufbauen, sondern mussten dafür ausgeklügelte Dienstpläne erstellen – und leider können wir auch keine Zaun-Exkursionen für Erwachsene und Kinder anbieten!“ bedauert Cora Ruhrmann, Leiterin der Amphibien-AG des NABU Ruhr. „Die Schutzzaun-Betreuung läuft aber wie üblich über eine Datenbank, dort können auch noch neue Helfer*Innen einsteigen – nach fachkundiger Einführung natürlich. Gesucht werden aber höchstens noch Freiwillige für die Morgendienste an der Wuppertaler Straße.

Doch auch ohne Zaun kann man natürlich überall spontan Amphibien über die Straßen helfen, mit Schutzweste und Eimer, wo immer man solche Hotspots entdeckt.

Ansonsten empfiehlt die Amphibien-AG, möglichst viele Kleingewässer in Gärten anzulegen. „Gerade angesichts zunehmender Dürren sind Kröten, Frösche und Molche immer mehr durch Trockenheit bedroht“, so Cora Ruhrmann. Bekanntlich sind Amphibien für ihre Fortpflanzung auf Gewässer angewiesen. Doch oft verschwinden kleine Gewässer, nicht nur durch Dürre, sondern auch durch Baumaßnahmen, oder sie werden aus gestalterischen Gründen auf Privatgrundstücken trockengelegt.

Wer nun inspiriert ist und gleich zur Tat schreiten möchte, sollte dies natürlich nicht ohne die nötigen Vorkenntnisse tun. Das Wichtigste: Kein Fischbesatz und keine Enten: Diese fressen Kröten-, Frosch- und Molchlaich. Seerosenblätter dagegen werden gerne als Sonnenterrasse genutzt. Vor allem aber: Fischen Sie keine Amphibien oder deren Laich aus der Natur ab, dies ist in Deutschland verboten! Hilfreiche Tipps, was man beim Anlegen eines Gartenteichs für Amphibien beachten sollte, gibt der LBV auf der Seite Gartenteich – hier wohnt die Erdkröte.

Auch in der Geschäftsstelle des NABU Ruhr gibt es passendes Info-Material, wie z. B. die NABU-Broschüre „Frösche, Kröten und Molche – Leben im Wasser und an Land“ gegen eine Gebühr von 2,50 €. Anfragen bei Interesse über www.nabu-ruhr.de/kontakt/, ausführliche Infos zur Amphibien-AG unter www.nabu-ruhr.de/arbeitsgruppen/amphibien/.

 

Jetzt online:                                                    Turmfalkenpaar im Glockenturm der Petrikirche

v. l. Justus Cohen (Pfarrer), Hendrik Peek (Gastronom), Harry Helming-Arnold (Küster), Thomas Brüseke (NABU Ruhr) und Reinhard Plath (NABU Ruhr), Foto © Andreas Köhring v. l. Justus Cohen (Pfarrer), Hendrik Peek (Gastronom), Harry Helming-Arnold (Küster), Thomas Brüseke (NABU Ruhr) und Reinhard Plath (NABU Ruhr), Foto © Andreas Köhring

 

Nicht nur Livestream-Gottesdienste, sondern auch Livestream-Turmfalken-TV

 

Dank der Initiative von Harry Helming-Arnold und Hendrik Peek können die Mülheimer Bürger seit dem 25.02.2021 im Livestream den Turmfalken im Glockenturm der Petrikirche beim Brüten und bei der Aufzucht seiner Jungen zuschauen.

 

Die Historie:

2009: Der Küster Harry Helming-Arnold entfernt einen Stein, den jemand vor das Einflugloch gelegt hatte. Es dauert bis 2012, bis Turmfalken den Brutkasten wiederentdecken.

2013 und 2014: Die Turmfalken schauen immer mal wieder vorbei. Ein Gelege ist nicht festzustellen.

2015: Während das Petrikirchenhaus in die Höhe wächst, brüten die Turmfalken zum ersten Mal und ziehen drei Junge groß. Schon in diesem Jahr hat der Küster die Idee, eine Webcam einzubauen.

2016: Auch dieses Jahr ziehen die Turmfalken wieder ein. Die geschlüpften drei Jungen lassen sich vom Weiterbau des Petrikirchenhauses nicht stören.

2017: Ein trauriges Jahr. Ein junger Turmfalke verirrt sich in den Glockenturm und stirbt. Als Hendrik Peek und Harry Helming-Arnold im Dezember den Kasten inspizieren, finden sie einen toten Turmfalken und zwei nicht ausgebrütete Eier. Der Brutkasten wird gereinigt und mit Holzspänen eine saubere Unterlage geschaffen.

2018: Erneut fliegen drei junge Turmfalken über den Kirchenhügel.

2019: Drei Turmfalken werden erbrütet. Einer fällt aus dem Nest und landet vor dem Petrikirchenhaus. Der Jungvogel schafft es am nächsten Tag auf das Kirchendach und wird weiter von den Eltern gefüttert.

2020: Wieder liegen drei Eier im Nest. Eine Krähe will die Eier im Nest fressen. Zwar können die alten Turmfalken sie vertreiben und verletzten sie so schwer, dass sie stirbt. Das Gelege aber ist zerstört.

2021: Am 2. Januar schmieden Hendrik Peek und Harry Helming-Arnold Pläne, den lange gehegten Wunsch einer Liveübertragung aus dem Nistkasten zu realisieren. Im Lockdown ist Zeit, die Pläne in die Tat umzusetzen. Hendrik Peek baut einen neuen Kasten, aus dem die Jungvögel nicht mehr in den Glockenstuhl gelangen können und dessen Einflugloch für Krähen zu eng ist. Anfang Januar wird die Technik (zwei Kameras, LAN-Kabel, usw.) eingebaut. Am 14. Januar lockt ein Männchen ein Weibchen mit einer Maus ins Nest.

Am 19. Januar kann Matthias Turck den ersten Teststream starten.

 

Links zum Turmfalken-TV:

https://m.twitch.tv/petrifalke_vek

https://mausefallemuelheim.de/falken-im-petrikirchenturm

 

 

Initiatoren, Unterstützer, Berater:

 

Vereinte Evangelische Kirchengemeinde in Mülheim an der Ruhr

Harry Helming-Arnold (Küster)

Justus Cohen (Pfarrer)

Andreas Köhring (Presbyter)

www.vek-muelheim.de

 

Hendrik Peek

Restaurant Mausefalle

www.mausefallemuelheim.de

 

NABU Ruhr:

Thomas Brüseke, Reinhard Plath

www.nabu-ruhr.de

 

Uhu schützen: NABU kritisiert geplanten Verkauf eines Steinbruchs in Essen-Werden

An der Laupendahler Landstraße in Essen-Werden soll ein durch den Ruhrverband vorgenutzter Steinbruch an den Deutschen Alpenverein (DAV) verkauft werden, in dem der Uhu seit etwa 10 Jahren erfolgreich brütet. Durch die Nutzung als Kletterwand fürchtet der NABU um den Fortbestand der größten Eulenart Essens.

 

Rainer Soest, der den Steinbruch im Namen des NABU Ruhr und der Stadt Essen als Naturschutzwächter betreut, ist besorgt: „Wir sprechen hier höchstwahrscheinlich von dem ersten Uhurevier in ganz Essen seit etwa 100 Jahren.“

 

Der Uhu, die größte Eule weltweit, war lange Zeit durch Verfolgung und Abschuss in ganz Deutschland fast ausgerottet * und hat sich erst seit etwa 30 Jahren, durch Wiederansiedlungsprogramme, die z. B. in der Eifel stattgefunden haben, auch in Essen langsam wieder ausgebreitet. Momentan gehen wir von etwa 3-4 Uhurevieren in ganz Essen aus. Wobei der Standort in Werden der älteste ist.

 

Zum ersten Mal vor 10 Jahren bemerkte Rainer Soest, im Rahmen seiner Tätigkeit als Naturschutzwächter die Uhubrut in diesem Steinbruch. Seitdem betreut er mit der AG Eulen des NABU Ruhr den Brutplatz im Einvernehmen mit der UNB und dem Ruhrverband. Dazu zählen sowohl die jährlichen Kontrollen des Brutplatzes auf Bruterfolg, die Überwachung des Steinbruchs zum Schutz der Brut, als auch Pflegearbeiten zum Eindämmen der Sukzession durch freihalten der Steinwände auf dem Gelände, denn der Uhu brütet am liebsten in Felsnischen, die nicht überwuchert sind, damit seine Brutnische nicht von Feinden wie Fuchs und Waschbär erreicht werden kann.

 

1 bis 4 Jungvögel hat das standorttreue Uhupaar hier jährlich großgezogen und damit maßgeblich zur Ausbreitung und dem Erhalt dieser streng geschützten Vogelart bei uns in Essen beigetragen.

 

Frauke Krüger, 1. Vorsitzende des NABU Ruhr, ergänzt: „Auf Grundlage der ökologischen Wertigkeit und artenschutzrechtlichen Bedeutung des Steinbruchs für eine streng geschützte europäische Vogelart sehen wir den langfristigen Schutz als oberste Priorität. Warum bisher eine Unterschutzstellung in Form eines Naturschutzgebietes oder eines Geschützten Landschaftsbestandteils seitens der Stadt nicht in Erwägung gezogen wurde, ist nicht verständlich. Wir fordern die Verwaltung daher auf, dieses wertvolle Stück Stadtnatur unter Schutz zu stellen, statt es für artenschutzwidrige Freizeitaktivitäten freizugeben.“

 

Obwohl das Gelände aus Sicherheitsgründen umzäunt ist, hat Rainer Soest in seiner Tätigkeit als Naturschutzwächter fast jährlich mit illegalen Kletterern zu tun gehabt, die sich weder an das Kletterverbot noch an den Artenschutz gehalten haben. Von behördlicher Seite ist trotz mehrfachen Anzeigens wenig unternommen worden, um den Verstößen Einhalt zu gebieten. Ein Sachverhalt der wenig Hoffnung macht, dass der Brutplatz für den Uhu beim anstehenden Verkauf erhalten bleibt. In einer Stellungnahme an die Untere Naturschutzbehörde bittet der NABU Ruhr die Stadtverwaltung ihre Position zu überdenken, um den nachhaltigen Schutz des Uhus in Essen sicher zu stellen. Nicht zuletzt durch die Schutzbemühungen des NABU konnte dieser Brutstandort bisher erhalten werden.

 

Das könnte jetzt aber mit dem geplanten Verkauf an den DAV ein jähes Ende nehmen. Der Steinbruch in Werden ist nachweislich für die Vereinbarkeit von Uhuschutz und Kletterei, wie es z. B. in einem Steinbruch in Wülfrath, dem Bochumer Bruch, praktiziert wird, zu klein. Der Uhu reagiert während der Brutzeit auf menschliche Störungen, insbesondere, wenn sie dem Brutplatz zu nahekommen, sehr empfindlich und so manche Brut ist aus diesen Gründen schon aufgegeben worden. Die geforderte Schutzzone von 100 Metern um die Uhubrutnische herum würde die Kletterei in diesem Steinbruch ganzjährig unzulässig machen, egal, in welchem Teil der Wand der Uhu gerade brütet.

 

 

* https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/vogel-des-jahres/2005-uhu/02775.html

AG Eulen in Zeiten von Corona weiterhin aktiv

Steinkauz, Foto © Rainer Soest, NABU Steinkauz, Foto © Rainer Soest, NABU

Rainer Soest berichtet:

Am Samstag, dem 21.11.2020, war die AG Eulen für den Steinkauz tätig.

Peter Galdiga und Jesko Kruda bauten in unserer Gerätehütte „Hohe Birk“ mehrere Steinkauzröhren zusammen. Die Hütte ist, insbesondere in Zeiten von Corona, ein guter Montageort für solche Projekte, da sie einerseits genügend Stellfläche für eine Werkbank bietet und andererseits durch ihre offene Bauweise gut belüftet ist.

Montage Steinkauzröhre, Foto © Rainer Soest, NABU Montage Steinkauzröhre, Foto © Rainer Soest, NABU

In der Zwischenzeit fuhren Vincent Michel und Rainer Soest zu Andreas Wüster, Miteigentümer vom Herberger Hof und Betreiber des Cafés „Herberge“ in Heiligenhaus, um eine fertige Steinkauzröhre anzubringen.

Auf diesem idyllischen Hof im Vogelsangbachtal ist vor Kurzem der Steinkauz wieder entdeckt worden. Der engagierte Heiligenhauser erzählte, dass bisher immer nur ein einzelner Kauz gesehen wurde. Um die Chance einer Brut im Falle einer erfolgreichen Partnerwerbung zu erhöhen, konnte dank seiner Einwilligung, kurzfristig eine Nisthilfe auf einem seiner Apfelbäume befestigt werden.

 

 

 

VL: Vincent Michel, Andreas Wüster

Aktionsstart in der Voßgätters Mühle, Foto © Vanessa Burneleit, NABU Aktionsstart in der Voßgätters Mühle, Foto © Vanessa Burneleit, NABU

Insekten retten - Artenschwund stoppen"

ist das Motto der Volksinitiative Artenvielfalt NRW, getragen von BUND, LNU und NABU in NRW.
Der NABU Ruhr und die NAJU Essen/Mülheim werden aktiv die
Unterschriftensammlung zur Volksinitiative Artenvielfalt NRW unterstützen.

Gesucht werden zahlreiche Mitstreiter*innen und Standorte für
Sammelstellen in Essen und Mülheim, die sich an der
Unterschriftensammlung beteiligen möchten.

Weitere Infos:

https://nrw.nabu.de/news/2020/28418.html

https://www.facebook.com/NabuRuhr

Eindrücke von der Pilz-Exkursion im letzten Oktober

Die spannende Pilz-Pirsch mit unseren beiden Pilzexperten Bernhard Demel und Elias Hahn war - wie immer - ausgebucht!

Protest der Mülheimer Bürgerinitiativen erfolgreich - Wirtschaftsausschuss kippt Gewerbeflächenkonzept

Einen großen Erfolg feierten die Bürgerinitiativen in der heißen Phase des Kommunal-Wahlkampfes, welche sich vehement gegen die umstrittenen Pläne der „Mülheim & Business Wirtschaftsförderung“ richteten. Mehrere Tausend Unterschriften sammelten die Bürgerinitiativen dagegen und leisteten tapfer Aufklärungsarbeit. Auf Antrag von Bündnis 90/Die Grünen und mit Unterstützung aller anderen Fraktionen - mit Ausnahme der amtierenden SPD - soll der angedachte Raubbau an den dort genannten Flächen nun glücklicherweise ad acta gelegt werden. Vier große Areale sollten nach dem Willen von „M & B“ in Gewerbeflächen umgewandelt werden. Pikant: alles wichtige wertvolle Biotopverbunde und Kaltluftentstehungsgebiete, teilweise mit Schutzstatus oder daran angrenzend. Angefangen beim Winkhauser Tal im Mülheimer Norden, wo der Bebauungsplan überdies auch zu einem Gutteil auf Essener Stadtgebiet liegt, über das Fulerumer Feld, den Auberg bis hin zu 70 Hektar der Saarn-Selbecker-Hochflächen im Mülheimer Süden. Erinnerungen an den Widerstand gegen die damals geplante A 31-Trasse durch Mülheim wurden wach.

 

Schon der Naturschutzbeirat der Stadt, in welchem auch der NABU Ruhr vertreten ist, hatte den kruden Fantasien von „M & B“ unter der Leitung des medl-Geschäftsführers Dr. Hendrik Dönnebrink, eine klare Abfuhr erteilt. Generell zu intransparent und unausgegoren in den Bewertungskriterien, sowie dem heutigen Wissensstand bezüglich Umwelt- und Naturschutz nicht Rechnung tragend, lautet das niederschmetternde Fazit des Beirats. Der Ausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Mobilität (Wirtschaftsausschuss) folgte in seiner Sitzung am 31.08.2020 dieser Einschätzung und ergänzte diese durch seine eigene Sicht der Dinge: Neben dem eklatanten ökologischen Irrsinn ist das Dönnebrink-Gutachten in Sachen Wirtschaftlichkeit und angeblichen positiven Arbeitsplatzeffekten ebenfalls alles andere als schlüssig. Man ist sich einig, besser bereits bestehende Gewerbebrachflächen wieder oder anders zu nutzen. Eine Einschätzung, welche auch von der breiten Bürgerschaft getragen wird. Dönnebrink zog daraus die Konsequenzen und kündigte seinen Ausstieg aus der Zusammenarbeit zwischen „M & B“ und der Stadt Mülheim zum 22.09.2020 an. Der endgültige Ratsentscheid steht zwar noch aus, gilt aber wegen der Machtverhältnisse im Rathaus als entschieden.

 

Kauziges aus Essen-Dellwig

Nach langer Zeit gibt es endlich wieder ein Steinkauzpärchen im Essener Nordwesten.

Auf einem betriebsamen Reiterhof in Essen-Dellwig haben sich die Käuze von selbst wieder eingefunden und haben dort dieses Jahr zum ersten Mal erfolgreich gebrütet.

Darauf hat Uwe van Hoorn, wohnhaft in Essen-Borbeck und Ornithologe beim NABU Ruhr, schon seit Jahren gehofft und ist jetzt überglücklich nach einem Tipp des Hofpächters den kleinen Eulenvogel selbst beobachten zu können.

Etwa amselgroß, überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, wird der Eulenvogel nur von wenigen Menschen wahrgenommen.

Lange Zeit waren die Steinkäuze im Essener Norden fast auf jedem landwirtschaftlichen Hof anzutreffen und haben den Bauern so ganz nebenbei geholfen, die Mäuse und Großinsekten klein zu halten.

Leider kämpft der Kauz seit etwa 30 Jahren in Essen um sein Überleben. Die Bestände nahmen immer mehr ab und heute gibt es nur noch 6-8 Brutpaare, die meisten davon im Essener Süden. Die Gründe für die Abnahme sind vielfältig, aber einer ist ziemlich augenfällig: die Bekämpfung der Mäuse und Ratten mit Gift. Werden auf einem Hof viele Giftköder ausgelegt, gibt es einerseits für den Kauz zu wenig Nahrung und anderseits besteht eine indirekte Vergiftungsgefahr. Zum Glück werden auf dem besagten Reiterhof keine Köder ausgelegt, sodass dem Steinkauz hier dieses Problem erspart bleibt.

Auch Rainer Soest, von der AG Eulen des NABU Ruhr, freut sich über die Wiederbesiedlung des alten Standortes in Dellwig. Damit der kleine Eulenvogel sich im Essener Norden weiter ausbreiten kann, hat die Arbeitsgruppe zeitnah eine künstliche Nisthilfe auf dem nächst gelegenem Hof angebracht. Interessierte Landwirte oder Hofbesitzer, die diese Aktion unterstützen wollen, und eine Steinkauznisthilfe haben möchten, können sich in der NABU Geschäftsstelle unter der Nummer 0201 - 7 10 06 99 melden.

Überraschende Brutvögel – unsere Ornithologen sind begeistert!

Neuntöter, Foto © Uwe van Hoorn, NABU Neuntöter, Foto © Uwe van Hoorn, NABU

Der Mai brachte die erste große Überraschung bei den Brutvögeln in Essen: Mitarbeiter der Greifvogelgruppe entdeckten bei einem ihrer Kontrollgänge im Essener Süden ein Neuntöterpärchen, dass danach regelmäßig wieder von Mitgliedern des NABU Ruhr beobachtet werden konnte.

Als die Entdecker und weitere Mitglieder des NABU Ruhr am 24.6.2020 fütternde Altvögel beobachteten, war klar, dass die Vögel erfolgreich gebrütet hatten.

Am 26.6. stellte Uwe van Hoorn bei einer ausgiebigen Kontrolle fest, dass die Altvögel mindestens zwei Jungvögel in der Deckung mit Insekten versorgten.

Dies ist nach Kenntnis der Ornithologen die erste Brut von Neuntötern in Essen seit 35 Jahren. Damals brüteten die Neuntöter auf einer Streuobstwiese der NAJU Essen/Mülheim unweit der diesjährigen Brut.

Geradezu sensationell war eine weitere Entdeckung: Ende Mai entdeckte Daniel Hering ebenfalls im Essener Süden einen Wiedehopf. Schon im vergangenen Jahr war ein Wiedehopf in Essen an anderer Stelle von einem Anwohner gefilmt worden, der aber offensichtlich zu den umherstreifenden Nichtbrütern gehörte und so ging man davon aus, dass dies auch so eine Beobachtung sei.

Als Mitte Juni Daniel Hering und Rainer Soest jeweils zwei Wiedehopfe entdeckten, die Letzterer auch fotografieren konnte, kam Brutverdacht auf. Tobias Rautenberg von der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet (BSWR) gelangen schließlich Fotos von Jungvögeln, die auf der Webseite der BSWR zu sehen sind: https://www.bswr.de/fauna/voegel/wiedehopf/index.php

Das ist nach 43 Jahren wieder die erste Brut in Nordrhein-Westfalen. Eine Sensation für die Essener Ornithologen.

In den letzten Tagen gab es durch Daniel Hering und Uwe van Hoorn weitere Beobachtungen von Altvögeln, sodass die Hoffnung auf eine Zweitbrut besteht. Der Brutplatz wird selbstverständlich nicht veröffentlicht, um Störungen durch Fotografen usw. zu vermeiden.

Helfer*innen gesucht: NABU Ruhr baut Amphibienzäune in Essen auf

Die ersten Kröten und Frösche sind schon unterwegs! Das heißt für die Amphibien-AG des NABU Ruhr, ihre Schutzzäune an den Straßen aufzubauen. Der längste Amphibienschutzzaun an der Wuppertaler Straße (Heisingen) steht bereits, der zweitlängste am Schuirweg soll am kommenden Samstag, 22.02.2020, aufgestellt werden. „Beim Zaunaufbau, aber auch danach, sind viele helfende Hände gefragt! Denn die Zäune müssen morgens und abends kontrolliert werden. Wir freuen uns über daher über jede neue Helferin und jeden neuen Helfer!“, erklärt Susanne Erbach von der Amphibien-AG.
Aufgrund des milden Winters wandern Erdkröten, Grasfrösche und Molche schon ab jetzt in ihre Laichgewässer ein, teilweise zu Tausenden, und das bis zu zwei Kilometer weit. Ohne rettende Krötenzäune würde das Überqueren von stark befahrenen Straßen für etliche Tiere den sicheren Tod bedeuten.

Organisiert wird der Betreuungsdienst über eine Online-Datenbank. Kontakt bei Interesse über info(at)nabu-ruhr.de, ausführlichere Infos zur Amphibien-AG unter https://www.nabu-ruhr.de/arbeitsgruppen/amphibien/.

Neue Reithalle gefährdet Steinkäuze in Byfang

Steinkauz, Foto © NABU/Clemens Karkow Steinkauz, Foto © NABU/Clemens Karkow

Steinkauz-Vorkommen: NABU Ruhr kritisiert Bau von Reithalle in Byfang

Mit dem Neubau der Reithalle an der Scheebredde in Byfang entsteht erneut eine versiegelte Fläche im Außenbereich der Stadt Essen. „In unmittelbarer Nähe des Baugebietes befindet sich eines der letzten Vorkommen des Steinkauzes auf Essener Stadtgebiet, weshalb die Fläche eine besondere Bedeutung für den Natur- und Artenschutz hat“, so Elke Brandt, 2. Vorsitzende des NABU Ruhr. „Mit dem Bau der Reithalle geht ein wichtiger Teil des Steinkauz-Revieres verloren, da die nun versiegelten Wiesen mit ihren Vorkommen an Mäusen, Käfern und Insekten dem Kauz als Nahrungsgrundlage gedient haben“, so Rainer Soest, Leiter der AG Eulen. Elke Brandt ergänzt: „Der Steinkauz gehört zu den planungsrelevanten Arten und ist damit besonders geschützt. Mir ist unbegreiflich, wie die zuständigen Ämter hier überhaupt eine Baugenehmigung erteilen konnten. Ich fordere die Politik auf den Bau unverzüglich zu stoppen!“
Der NABU Ruhr kämpft dafür, diese und weitere Arten in Essen und Mülheim an der Ruhr zu schützen. Der Steinkauz ist lokal bereits vom Aussterben bedroht. Insgesamt gibt es nur noch rund 5 Paare der amselgroßen Eulenart auf Essener Stadtgebiet.

 

Pressemitteilung vom 10.02.2020

NABU Ruhr gegen Flächenfraß

Der NABU Ruhr hat sich in den vergangenen Wochen gegen die Pläne der Stadt Essen gestellt, wichtige Grünflächen und Landschaftsschutzgebiete für den Wohnungsbau zu opfern.

Gemeinsam mit rund 1000 Bürgern aus dem gesamten Stadtgebiet nahmen Mitglieder des NABU Ruhr am 3. November 2019 an einer Protestdemonstration teil, die von der Haarzopfer Bürgerinitiative „Finger weg von Freiluftflächen“ organisiert wurde. Die friedliche und bunte Demonstration brachte für eine gute Stunde unter Begleitung der Polizei den Verkehr in Haarzopf zum Stillstand.

Insbesondere in Schönebeck, Gerschede und Haarzopf, aber auch in anderen Stadtteilen wurden schon vorher insgesamt mehr als 12.000 Unterschiften gegen die Bebauung wichtiger Klima- und Freiflächen gesammelt. Die Bürger machten klar: wenn Wohnbebauung notwendig ist, dann soll sie durch Innenverdichtung, das Schließen von Baulücken oder die Erschließung von alten Industrieflächen erfolgen, nicht aber in den für die Lebensqualität so wichtigen Grünflächen. Gerade Essen hat als ehemalige „Grüne Hauptstadt Europas“ dabei eine besondere Verpflichtung.

Der Widerstand zeigt erste Erfolge: die Ratsfraktion der SPD hat definitiv erklärt, dass sie keine Bebauung in Landschaftsschutzgebieten oder anderen wichtigen Grünzonen zulassen wird.

Kita-NaturbotschafterInnen – mehr Natur in Kitas

NABU sucht Seniorinnen und Senioren für Praxisprojekt

 

Heimische Tier- und Pflanzenarten und deren Schutz spielen im Lebensalltag von Kita-Kindern oft eine untergeordnete Rolle. Gemeinsam mit engagierten Seniorinnen und Senioren will deshalb der NABU aktiv werden und in ausgesuchten Kindertagesstätten spannende Naturoasen schaffen. Hierzu werden Naturfreunde in der nachberuflichen Phase gesucht, die sich zu sogenannten Kita-Naturbotschafterinnen und -botschaftern ausbilden lassen möchten. Innerhalb von acht praxisnahen Workshops und drei Erfahrungsaustauschen wird das nötige Wissen vermittelt. Während der zweijährigen Ausbildung werden auch viele Aktionen rund um die Natur durchgeführt, die durch das bereits parallel zu den Ausbildungen startende Engagement in den jeweiligen Paten-Kitas auch dort sofort umgesetzt werden können. Gerade Ältere verfügen oft über ein Naturwissen und haben Erfahrungen etwa beim Gärtnern, die sie gerne an die Kleinsten weitergeben möchten. Aus diesem Grund setzt der NABU auf das Erfahrungswissen der Seniorinnen und Senioren.

 

Dank der Förderung im Bundesprogramm Biologische Vielfalt und durch das Umweltministerium Nordrhein-Westfalen kann die zu Beginn des neuen Jahres startende Ausbildung kostenlos angeboten werden. In einem persönlichen Gespräch erhalten interessierte Seniorinnen und Senioren nähere Informationen. Der NABU freut sich auch, wenn sich interessierte Kitas oder Eltern melden. Gemeinsam können dann Seniorinnen und Senioren für ein Engagement gesucht werden.

 

Interessierte senden eine Bewerbung mit stichpunktartigem Lebenslauf und einem kurzen Motivationsschreiben per Post an NABU Natur- und Jugendzentrum Voßgätters Mühle, Vanessa Burneleit, Möllhoven 62, 45355 Essen oder per E-Mail an vanessa.burneleit@vossgaetters-muehle.de. Weitere Informationen sind unter www.kita-naturbotschafter.de zu finden.


Hintergrund: Projekt „Kita-NaturbotschafterInnen – mehr Natur in Kitas“

 

Das Projekt „Kita-NaturbotschafterInnen – mehr Natur in Kitas“ ist im Juli 2019 gestartet und läuft bis Juni 2025. Die drei NABU-Landesverbände Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Saarland führen das Projekt gemeinsam in den sieben Regionen Bingen, Trier, Landau, Lippe, Essen, Münsterland und Saarbrücken durch. Das Projekt wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Zusätzliche Mittel werden von den Umweltministerien in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Saarland sowie von den drei NABU-Landesverbänden bereitgestellt.

Schwalbeninventur in Essen

Aufruf in der Presse, Foto R. Soest, NABU Aufruf in der Presse, Foto R. Soest, NABU

Auch in diesem Jahr rief die Schwalbengruppe des NABU Ruhr die Essener Bürger über die Zeitung auf, Brutplätze von Mehlschwalben, Rauchschwalben und Mauerseglern zu melden.

Mehr als 50 Anrufe bzw. Zuschriften haben uns daraufhin erreicht. Die so erhaltenen Daten werden schon über mehrere Jahre erfasst und geben einen aufschlussreichen Einblick über die Bestandsentwicklung in Essen.

Demnach halten sich Mehl- und Rauchschwalbenbestände auf niedrigem Niveau konstant. Da Mauersegler keine von außen sichtbaren Nester bauen und nur durch Zufallsbeobachtungen erfasst werden können, sind daher keine genauen Angaben möglich. Fest steht aber, dass die Mauersegler in dieser Saison wieder besonders stark unter den hohen sommerlichen Temperaturen gelitten haben. Viele noch nicht flügge junge Mauersegler, die vorzeitig wegen Überhitzung aus dem Nest gekrochen sind, aber auch verletzte erwachsene Mauersegler wurden an privaten Auffangstationen in Mülheim, Essen, Duisburg und Oberhausen abgegeben. Sie sind mit großem persönlichem Engagement von fachkundigen Personen aufgepäppelt und gesund gepflegt worden.

Hier ein interessantes, mit Bildern belegtes Beispiel über eine Meldung aus Katernberg von Kathrin Aust
Mauerseglerbericht Kathrin Aust.pdf
PDF-Dokument [38.6 KB]

Schwalbeninventur in der Kettwiger Altstadt

Exkursionsteilnehmer, Foto © Rainer Soest, NABU Exkursionsteilnehmer, Foto © Rainer Soest, NABU

 

Flugkünstler und Gebäudebrüter in Essen-Kettwig
Sa, 15.06., 15 - 17 Uhr, Vogelkundlicher Spaziergang
Peter Galdiga, Rainer Soest
Treff: 45219, Rathaus Essen-Kettwig,
Bürgermeister-Fiedler-Platz 1

Pesseinformation zu der oben aufgeführten Schwalbenexkursion vom 15.06.19

„Schwalbeninventur in der Kettwiger Altstadt"

Der NABU hatte auch dieses Jahr wieder zu einer vogelkundlichen Führung durch Kettwig eingeladen, um die Schwalben und andere Gebäudebrüter einem interessierten Publikum nahe zu bringen. Herrn Galdiga, der sich zusammen mit anderen Mitarbeitern der Schwalbengruppe des NABU seit Jahren um dieses Thema kümmert, merkt man seine Begeisterung für die Vogelwelt im Allgemeinen, im Besonderen aber auch für unsere Kulturfolger, wie z.B. die Mehlschwalben, Mauersegler und Haussperlinge, deutlich an. Zu jedem einzelnen Vogel hat er Bilder und Klangproben ihrer Gesänge parat, so dass wir als Teilnehmer die Natur in der eigenen Stadt noch besser kennen und schätzen lernen können.

           
Während wir uns gerade ein Schwalbennest unter einem Dachvorsprung anschauen, und uns fragen, ob es wohl besetzt ist, kommt eine Mehlschwalbe angeflogen, setzt sich auf den oberen Rand des Nestes und füttert zwei Jungvögel, die sich hörbar bettelnd aus dem Nest strecken. Alle Zuschauer sind fasziniert.
Oder der Mauersegler, der wie ein schwarzer, schneller Schatten in einer Ritze des Ortganges eines Daches verschwindet und nach wenigen Minuten urplötzlich wieder aus dem Dach „fällt", um in einer unglaublich akrobatischen Eleganz und Schnelligkeit wieder auf Nahrungssuche zu gehen.
Wird es diese Brutmöglichkeiten auch in Zukunft noch an unseren modern renoviert und gut isolierten Häusern geben?
Leider wird bei unserem Stadtrundgang auch klar, dass die Schwalbenbestände rückläufig sind. Da wo früher mal an den Hausfassaden das Leben der „Glücksbringer“ pulsierte, und sich ein Nest an das andere reihte, sind an vielen Hausfassaden nur noch alte Abdrücke oder Reste verfallener Nester zu erkennen.
Wie Herr Galdiga erklärt, sind die Schwalbenbestände in Kettwig, die wir seit etwa 25 Jahren kartieren, massiv zurückgegangen.
Es ist das aktuelle Thema des Insektenschwundes, das gerade auch für die Schwalben und Mauersegler gilt, da sie sich zu100% von Insekten ernähren. Aber auch Mangel an Baumaterial, durch das Fehlen von feuchten Lehmpfützen oder die übertriebene Hygienevorstellung einiger Hausbewohner bringen die Schwalben in Bedrängnis, denn der Kot von Schwalben kann sich z.B. auf den Fensterbänken ansammeln, die sich direkt unter einem Nest befinden. Eine schnelle und unkomplizierte Lösung dafür konnten wir unterwegs an einem Haus sehen, wo ein Bewohner ein kleines Kotbrettchen auf der Fensterbank angeklemmt hatte, um es nach der Schwalbensaison wieder entfernen zu können.

Den meisten Teilnehmern hat es wohl gefallen, die Altstadt und ihre eher unauffälligen Mitbewohner einmal näher kennen zu lernen und würden diese Vögel auch in Zukunft nicht missen wollen.

 

Text: Rainer Soest

Die Feldlerche ist „Vogel des Jahres 2019"

Feldlerche - Vogel des Jahres 2019, Foto © Manfred Delpho, NABU Feldlerche, Foto © Manfred Delpho, NABU

Typischer Agrarvogel im Sinkflug

Der NABU und sein bayerischer Partner LBV, Landesbund für Vogelschutz, haben die Feldlerche (Alauda arvensis) zum „Vogel des Jahres 2019“ gewählt. Es kommt selten vor, dass ein Vogel zum zweiten Mal seit 1998 als Vogel des Jahres ausgerufen wird.

Seitdem ist mehr als jede vierte Feldlerche aus dem Brutbestand in Deutschland verschwunden. In Nordrhein-Westfalen hat der Bestand der Feldlerche sogar um mehr als 50 Prozent in den vergangenen 25 Jahren abgenommen.

Die Feldlerche steht als Jahresvogel auch stellvertretend für andere Feldvögel wie Kiebitz und Rebhuhn, denen es zum Teil noch wesentlich schlechter geht. Die immer intensivere Landwirtschaft ist zum Hauptgrund für das Artensterben in Europa geworden. NABU und LBV fordern deshalb für die derzeit laufenden Verhandlungen über die künftige EU-Agrarpolitik ein radikales Umsteuern.

 

Machen Sie mit bei unserer 114-Euro-Aktion. Hier finden Sie alle Informationen:

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/vogel-des-jahres/feldlerche/index.html

NABU-Pflanzentauschbörse auf dem Mechtenberghof

Trotz regnerischem Aprilwetter war wieder viel los bei der Pflanzentauschbörse

Foto © Christian Bölke, NABU Foto © Christian Bölke, NABU

Am 27. April fand wieder die NABU-Pflanzentauschbörse auf dem Mechtenberghof in Essen statt. Bereits zum 8. Mal standen der NABU Bochum, der NABU Gelsenkirchen, der NABU Ruhr und die NABU-Regionalstelle Ruhrgebiet für alle Fragen rund um Pflanzen, Gärten und natürlich auch die Arbeit und Projekte des NABUs zur Verfügung.

 

Trotz einiger starker Regenfälle haben sich wieder viele Menschen mit  Pflanzen aus dem Garten auf den Weg zu uns gemacht. Es wurde reichlich getauscht: Von Pechnelken, über das Gefleckte Lungenkraut und gelbe Schlüsselblumen bis hin zur Wilden Karde und Roten Lichtnelke, war alles dabei, was das Gärtnerherz höher schlagen lässt. Auch Tomaten-, Gurken- und Zucchinipflanzen wurden zum Tauschen mitgebracht und fanden einen neuen Garten. 

 

Einige Besucherinnen und Besucher wurden auch selber aktiv und bauten Nistkästen für Stare und Meisen. Erstmalig konnten auch Nisthilfen für Wildbienen selber hergestellt werden. Das NABU-Projekt „Zeit der Schmetterlinge“ gab außerdem Tipps für einen schmetterlingsfreundlichen Garten und hatte viele Pflanzen für Schmetterlinge im Gepäck: Wilde Möhre, Blutweiderich, Disteln, Thymian, Oregano und viele andere Arten, die gerne von Schmetterlingen aufgesucht werden. Mit ihrem Vortrag „Naturnahe Elemente in den Garten integrieren“, gab Dorothea Schulte von Naturgarten e.V. viele gute und leicht umsetzbare Tipps wie man im Garten etwas für Insekten, Vögel, Igel und Co tun kann. Auch die naturkundliche Exkursion rund um das Hofgelände mit Bernhard Demel vom NABU Ruhr wurde gerne angenommen. Hierbei konnte der Experte über zahlreiche interessante Pflanzen erzählen und diese auch auf dem Gelände des Bauernhofs zeigen.

Foto © Christian Bölke, NABU Foto © Christian Bölke, NABU

Bei einer Tasse heißem Kaffee und einem leckeren Stück Kuchen im Hofcafé, konnte man über den Regen und die Kälte auch hinweg sehen. Vielen Dank an alle Helferinnen und Helfer. Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr!

Text: Sarah Bölke

Mehr Fotos von der Pflanzenbörse gibt's auf NABU im Ruhrgebiet

Industrielle Landwirtschaft stoppen - Neue Agrarpolitik jetzt

114 €-Schein mit Vogel, Grafik © NABU 114 €-Schein mit Vogel, Grafik © NABU

Immer mehr Menschen erkennen, dass 58 Milliarden EU-Förderung einer industriellen Landwirtschaft nutzt, aber vielen extrem schadet. Aktuell gilt: Wer viel Land besitzt, erhält viele Subventionen, egal was und wie produziert wird. Bauern/Bäuerinnen, Haustiere, Böden, Insekten, der Regenwald, Verbraucher/innen und viele Menschen in anderen Teilen der Welt haben dadurch das Nachsehen.
Die bundesweite NABU-Kampagne "
Neue Agrarpolitik jetzt" ruft alle Bürger zur Beteiligung auf - für eine Reform der EU-Agrarpolitik zugunsten naturverträglicher Maßnahmen. Schreiben Sie Ihrem EU-Abgeordneten in Brüssel, wofür Ihre 114 Euro - der Anteil pro Bürger an den jährlichen Agrarsubventionen - ausgegeben werden sollen. Dazu auf den 114 €-Schein klicken!

Zudem findet am 18.1.2019 die „Wir haben es satt-Demo“ in Berlin statt. Die BUND-Kreisgruppe Essen bietet eine Busreise nach Berlin an.

Anmeldung auf der Website des BUND https://www.bund-essen.de oder direkt unter: wir-haben-es-satt@bund-essen.de

Kosten: 25,00 € für Hin- und Rückfahrt  

Weitere Infos und Einzelheiten finden Sie hier.

„Grüne Hauptstadt Europas - Essen 2017“ lässt grüßen

Schwalbenturm in der Gruga, Foto © R. Soest, NABU Ruhr Schwalbenturm in der Gruga, Foto © R. Soest, NABU Ruhr

Der Schwalbenturm, ein Projekt der Grünen Hauptstadt - Essen 2017, vorgeschlagen und realisiert von der Schwalbengruppe des NABU Ruhr, ist endlich fertig geworden. Nun steht er einsatzbereit in der Gruga zwischen Kleintiergarten und historischem Bauernhof, Nähe Eingang „Grugabad“.

Der Schwalbenturm ist eigentlich ein Artenvielfaltturm, weil er nicht nur unseren bedrohten Gebäudebrütern, wie Mehlschwalben Spatz und Co. Nistmöglichkeiten bietet, sondern auch einige Sommerquartiere für Fledermäuse beinhaltet. Im Umfeld des Turmes werden alte Nutztierrassen, Pferde und Schafe gehalten. Es sind Wiesen und Gewässer in der Nähe, die Insekten anziehen und den Vögeln bzw. Fledermäusen gute Nahrungsgrundlagen bieten. Aus der nächstgelegenen Mehlschwalbenkolonie, die sich an Hausfassaden auf der Margarethenhöhe befindet, erhoffen wir uns die Besiedelung der Schwalbennester.

Insbesondere wollen wir mit dem Schwalbenturm auf die schwierige Situation der Gebäudebrüter in unserer Stadt aufmerksam machen. Die Probleme diesbezüglich sollen durch Informationsmaterial in einem Schaukasten und öffentlichen Exkursionen zur Schwalbensaison aufgezeigt werden.

Öffnungszeiten Geschäftsstelle in der Waldlehne in Essen

Di und Do 10 - 14 Uhr

Für Käufe, Abgaben von Korken / Handys und ähnliche Anliegen melden Sie sich bitte am Fenster!

Öffnungszeiten Büro Mülheim

Di 10 - 14 Uhr

Korken und Handys können während der Öffnungszeiten von Haus Ruhrnatur abgegeben werden.

Foto © NABU, U.van Hoorn Zum NABU Vogeltrainer
Erdköten, Foto @ C. Ruhrmann Mitglied im NABU werden
Newsletter, Foto @ U.Eitner, NABU Ruhr NABU Ruhr Newsletter
Druckversion Druckversion | Sitemap
© Naturschutzbund Ruhr e. V., Waldlehne 111, 45149 Essen. Tel. 0201 7 10 06 99 - info@nabu-ruhr.de Impressum: Impressum - Datenschutz