Foto © Thorsten Jaworek
Foto © Thorsten Jaworek

Fledermäuse beobachten

Beobachtungen im Jahresverlauf

Beobachtungsorte – Im Jagdgebiet

Beobachtungsorte – Am Quartier

 

Besonders einfach lassen sich Fledermäuse in Jagdgebieten mit einem guten Nahrungsangebot kurz nach den Quartierausflug beobachten. Ist die Nacht weit fortgeschritten, haben sich die Fledermäuse in der Landschaft weit verteilt und es wird zunehmend schwieriger sie zu beobachten.

Neben Beobachtungen im Jagdgebiet, gelingen auch besonders schöne Beobachtungen direkt an den Quartieren. Zur Ausflugzeit kann man besonders gut zählen, wie viele Tiere gerade im Quartier sind. Dabei sollte man auf Taschenlampen verzichten, da das Licht den Ausflug stört. Wenn man sich überwinden kann sehr früh aufzustehen, kann ich nur empfehlen, sich auch mal einen Einflug ins Quartier anzusehen.

Ein Fledermausdetektor erleichtert die Beobachtung enorm.

 

Beobachtungen im Jahresverlauf

Im Winter finden unsere heimische Fledermäuse keine Nahrung. Um Überleben zu können, halten sie Winterschlaf. In dieser Zeit sind sie sehr unauffällig, da sie ihren Stoffwechsel stark reduzieren. So fallen sie im Winter nicht durch Kotkrümel auf und sie fliegen nur im Notfall, wenn es im Winterquartier zu kalt wird oder sie etwas trinken müssen.

Ab März erwachen die Fledermäuse aus ihrem Schlaf und suchen nach Nahrung. Dann können Fledermäuse teilweise auch tagsüber beim Jagen beobachtet werden, da die Insekten durch die Sonne tagsüber schon fliegen, es nachts für sie aber noch zu kalt ist. Außerdem müssen die Fledermäuse nach der langen Hungerzeit wieder ihr optimales Gewicht erreichen. Fledermäuse begeben sich dann auf den Weg in ihr Sommerquartier, das je nach Art wenige Kilometer oder mehr als 1000 km entfernt sein kann.

Ab Ende April finden sich die Weibchen in den Wochenstuben zusammen, um gemeinsam ihre Jungen aufzuziehen. In diesen Wochenstuben leben zeitweise sehr viele Fledermäuse zusammen, so dass diese je nach Art auch sehr auffällig sind.

Die Männchenquartiere und kleinere Wochenstuben fallen hingegen nicht unbedingt auf. Nach der Wochenstubenzeit ziehen die Tiere wieder zurück in die Überwinterungsgebiete und suchen dabei die von Männchen besetzten Paarungsquartiere auf. Diese machen je nach Art mit auffälligen Balzflügen und Balzrufen auf sich aufmerksam. So lassen sich die Großen Abendsegler sehr schön im Herbst an ihren Balzquartieren beobachten. Zwerg- und Rauhautfledermäuse fliegen immer die selbe Flugstrecke ab. Dabei rufen Fledermäuse teilweise sogar im hörbarem Bereich. Bei den Wasserfledermäusen findet die Balz vor allem am Winterquartier statt.

 

Beobachtungsorte – Im Jagdgebiet

Fledermäuse scheinen ihre Jagdgebiete untereinander aufzuteilen und bei Nahrungsmangel sogar zu verteidigen. Oft kann man regelrechte Flugrouten ausfindig machen, die auch jeden Abend zur gleichen Zeit auf der selben Strecke zum ersten Hauptjagdgebiet führen. Allerdings gibt es auch regelmäßig Abweichungen, beispielsweise wenn Jagdgebiete nicht mehr attraktiv genug sind.

Regelrechte Hotspots der Fledermausaktivität findet man an Gewässern. Zum einen finden sie dort besonders viele Beuteinsekten und zum anderem können Fledermäuse dort im Flug trinken. Viele Insektenarten synchonisieren ihren Schlupf, damit die Beutegreifer mit der Masse überfordert sind und ein Teil der Insekten überleben können. Solche Massenschlupfereignisse werden von Fledermäusen gerne genutzt.
Es gibt aber auch saisonale Schwankungen. Je nachdem, wo Insekten gerade aktiv werden, sind auch die Fledermäuse anzutreffen. So hat eine Studie gezeigt, dass einige Fledermausarten Wälder bis zum August häufiger nutzen und dann im Spätsommer Obstwiesen bevorzugen.

Quelle
DIETZ, M., B. FISELIUS, K. BÖGELSACK, E. HÖHNE, A. KRANNICH & J. HILLEN (2012): Lebensraumentwicklung von Streuobstwiesen mit der Zielartengruppe Fledermäuse, MainÄppelHaus Lohrberg Streuobstzentrum e.V. Institut für Tierökologie und Naturbildung

 

Beobachtungsorte – Am Quartier

Fledermäuse wechseln je nach Art sehr häufig das Quartier. Nur wenn Fledermäuse ihre Jungen aufziehen oder Winterschlaf halten, sind sie mehrere Wochen bis Monate an einem Ort. Außerhalb dieser Zeiten, wechseln einige Arten sogar alle paar Tage ihren Unterschlupf. Sie machen es davon abhängig, wie das Mikroklima im Quartier ist. Nur wenn die Temperatur/Luftfeuchtigkeit und Zugluft im Quartier so ist, dass die Nahrung, die sie finden ausreicht, bleiben sie im Quartier.

Damit Fledermäuse immer ein passendes Quartier finden, sagen sie sich gegenseitig Bescheid. Dazu kreisen sie zur Einflugzeit bis zu einer Stunde lang vor dem Quartier. Anderen Fledermäusen fällt dieses Schwärmen auf und sie schließen sich an.
Vor allem im Spätsommer verirren sich Fledermäuse schon mal durch ein leicht geöffnetes Fenster in eine Wohnung. Das sind häufig unerfahrene Jungtiere, die ihre ersten Quartiere auskundschaften und durch ihre Rufe auch andere Fledermäuse ebenfalls in die Wohnung locken. Nach einigen Wochen jedoch haben sie gelernt, wo sie richtige Quartiere finden, da die Erwachsenen diese durch Schwärmen zeigen.

Ausstellungen:

bis 30.11.17 Wunder der Natur OB

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